Resident Evil Village
Bild: store.playstation.com / Capcom
SpielHorrorPCPS5Xbox Series X

Resident Evil Village

Von Chefermittler·11. Juni 2026·3 Min Lesezeit

Resident Evil Village ist Capcom auf der Suche nach dem perfekten Mix – und sie kommen verdammt nah dran. Ein Spiel das mit Lady Dimitrescu eine Ikone erschafft und mit seinem dritten Akt zeigt wo die Grenzen des Konzepts liegen.

Entwickler / Studio
Capcom
Erscheinungsjahr
2021
Getestet auf
PS5
Spielzeit
ca. 10 Stunden

Bewertung

Gesamtwertung
8.5/10
Sehr gut
Story8.0
Gameplay8.5
Präsentation9.5
Sound9.0
Wiederspielwert8.0

Pro

  • Lady Dimitrescu und Schloss Dimitrescu sind Seriengeschichte
  • Visuell auf absolutem Höchstniveau
  • Abwechslungsreiche Spielabschnitte mit eigenem Charakter
  • Crafting und Händler motivieren dauerhaft
  • Merkato – einer der besten Händler der Spielgeschichte

Contra

  • Dritter Akt verliert die atmosphärische Stärke der ersten Hälfte
  • Story-Logik hakelig in der zweiten Hälfte
  • Wer RE7 kennt vermisst den konsequenteren Horroransatz
  • Relativ kurz für den Preis
Resident Evil Village ist Capcom auf der Suche nach dem perfekten Mix – und sie kommen verdammt nah dran. Ein Spiel das mit Lady Dimitrescu eine Ikone erschafft und mit seinem dritten Akt zeigt wo die Grenzen des Konzepts liegen."

Im Detail

Das Dorf das nach dir greift

Resident Evil Village beginnt mit einem Versprechen: du kommst in ein verschneites osteuropäisches Dorf und findest Albträume statt Antworten.

Dieses Versprechen hält das Spiel. Für etwa zwei Drittel seines Umfangs hält es es außergewöhnlich gut.

Ethan Winters kehrt zurück –

aber das Spiel stellt ihn in den Schatten

Ethan ist wieder da. Und wieder ist er primär Vehikel statt Charakter – ein bewusstes Design-Entscheidung die Capcom konsequent durchhält.

Was in RE7 durch die klaustrophobische Baker-Plantation funktioniert hat funktioniert hier durch etwas anderes: die Welt selbst ist so stark dass Ethan sie tragen kann ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen.

Das Dorf. Das Schloss. Der See. Die Fabrik. Jeder Abschnitt hat eine eigene Identität, eine eigene Bedrohung, eine eigene visuelle Sprache.

Lady Dimitrescu – mehr als ein Meme

Die Internetkultur hat Lady Dimitrescu zu einer Ikone gemacht noch bevor das Spiel erschienen war. Das hätte nach hinten losgehen können.

Es ist nicht nach hinten losgegangen.

Alcina Dimitrescu ist gut geschrieben, gut animiert und macht den ersten Spielabschnitt zum stärksten des gesamten Spiels. Schloss Dimitrescu ist ein Meisterwerk des Leveldesigns – vertikal, verschachtelt, mit Geheimnissen hinter jeder Tür.

Die drei Töchter als Miniboss-Begegnungen sind präzise eingesetzt: unvorhersehbar, bedrohlich, mit einem Echo der Baker-Brüder aus RE7 das sich richtig anfühlt.

Dann verlässt du das Schloss.

Das Konzeptproblem

Village ist ehrgeiziger als RE7 – es will mehr Schauplätze, mehr Abwechslung, mehr Spektakel. Das ist sein Stärke und sein Schwäche.

Die ersten drei Viertel des Spiels brillieren durch Abwechslung mit Konsistenz. Schloss, Dorf, See, Fabrik – jeder Abschnitt überrascht.

Dann kommt der letzte Akt. Und das Spiel wird zum Action-Titel mit Science-Fiction-Elementen der seine Atmosphäre gegen Spektakel tauscht.

Das ist kein katastrophaler Bruch – aber wer nach zwei Dritteln eines der stimmungsvollsten Horror-Erlebnisse der Konsolengeneration erlebt hat spürt den Unterschied.

Der Händler – eine Institution

Merkato verdient einen eigenen Absatz.

Der mysteriöse Händler der überall im Dorf auftaucht ist das beste Quality-of-Life-Element der modernen RE-Serie. Waffen kaufen, upgraden, verkaufen, Rezepte freischalten – alles flüssig, alles motivierend, alles in einem Interface das Spaß macht zu benutzen.

Das Crafting-System ergänzt ihn perfekt: Ressourcen sammeln, Munition herstellen, Heilgegenstände kombinieren. Nie aufdringlich, immer nützlich.

Wo Village im RE-Kanon steht

Village ist RE4 näher als RE7 – das war Absicht und ist Fakt. Wer den Horrorpurismus von RE7 geliebt hat findet hier mehr Action. Wer RE4s Genremix mochte ist hier genau richtig.

In der internen Hierarchie steht Village hinter RE4 Remake und RE7 – aber das ist angesichts der Qualität dieser beiden keine Schande.

Es ist ein außergewöhnlich gutes Spiel das in seiner zweiten Hälfte nicht ganz das hält was seine erste Hälfte verspricht.

Fazit

Resident Evil Village ist das beste Argument für Capcoms moderne RE-Strategie: mutig genug um sich zu verändern, klug genug um die Wurzeln nicht zu vergessen.

Lady Dimitrescu allein wäre Grund genug um zu spielen. Dass das Spiel darunter und danach noch stundenlang auf höchstem Niveau funktioniert macht die 8.5 zum verdienten Ergebnis.

Für Einsteiger in die moderne RE-Ära ist es der zugänglichste Einstieg. Für Veteranen ist es ein Wiedersehen mit einer Franchise die weiß was sie ist – und immer mehr daraus macht.

Lies danach unseren Resident Evil 7 Review – der dunklere, konsequentere Vorgänger der zeigt wo Village seine Wurzeln hat. Und unser Resident Evil 4 Remake Review zeigt wo die Reise hinführt.

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