Resident Evil 4 Remake
Bild: Test
SpielSurvival HorrorAction-AdventurePS5

Resident Evil 4 Remake

Von Chefermittler·22. Mai 2026·2 Min Lesezeit

Capcom beweist, dass ein Remake das Original nicht nur ehren, sondern übertreffen kann – Resident Evil 4 ist 2023 genauso zeitlos wie 2005.

Entwickler / Studio
Capcom
Erscheinungsjahr
2023
Getestet auf
PS5
Spielzeit
16 Stunden

Bewertung

Gesamtwertung
9.0/10
Herausragend
Chefermittler-Empfehlung
Story8.5
Gameplay9.0
Präsentation9.5
Sound8.5
Wiederspielwert8.5

Pro

  • Gunplay und Kampfsystem fühlen sich perfekt an
  • Optisch und akustisch auf absolutem Top-Niveau
  • Leon S. Kennedy bleibt eine der coolsten Spielfiguren ever
  • Hoher Wiederspielwert durch New Game+ und Mercenaries-Modus

Contra

  • Separate Ways DLC hätte von Anfang an dabei sein sollen
  • Krauser-Kapitel deutlich zu kurz geraten
  • Wer das Original kennt verliert etwas Spannung
Capcom beweist, dass ein Remake das Original nicht nur ehren, sondern übertreffen kann – Resident Evil 4 ist 2023 genauso zeitlos wie 2005."

Im Detail

Ein Klassiker kehrt zurück – und macht alles richtig

Es gibt Remakes die ein Original respektieren. Und es gibt Remakes die es neu erfinden, ohne seinen Geist zu verraten. Resident Evil 4 von 2023 gehört zur zweiten, selteneren Kategorie. Capcom hat hier nicht einfach ein altes Spiel aufgehübscht – sie haben es von Grund auf neu gedacht und dabei fast nichts verloren, was das Original so besonders gemacht hat. Wer das Original 2005 auf der PS2 gespielt hat, wird sich erinnern wie dieses Spiel das Genre neu definiert hat. Dieses Remake macht dasselbe – nur für 2023.

Leon, das Dorf und das beste Gunplay der Serie

Von der ersten Minute an sitzt alles. Das verschneite spanische Dorf, die bedrohliche Stille vor dem ersten Angriff, die Kettensägen-Bauern – RE4 Remake trifft seine Atmosphäre präzise. Was sich 2005 arcadig angefühlt hat, wirkt heute wie ein durchdachtes Action-Horror-Spiel mit echtem Gewicht. Das Parieren mit dem Messer, das überarbeitete Crafting-System, die Anhänger-Box beim Händler – alles greift ineinander und erzeugt einen Spielfluss der süchtig macht.

Das Kampfsystem ist das Herzstück. Jede Waffe fühlt sich anders an, hat echten Rückstoß und eigene Stärken. Das Messer-Parieren ist keine Gimmick-Mechanik sondern ein vollwertiges Werkzeug das das gesamte Encounter-Design beeinflusst. Leon Kennedy profitiert am meisten vom modernen Feinschliff – er wirkt nicht mehr wie eine wandelnde Spruchsammlung, sondern wie eine tatsächlich ausgearbeitete Figur ohne dabei seinen trockenen Charme zu verlieren.

Spanien sieht noch nie so gut aus

Technisch ist RE4 Remake ein Showcase. Das RE Engine zieht auch auf PS5 alle Register: Lichteinfall durch Baumkronen, feuchte Steinmauern im Schloss Salazar, das Wasser des Sees das die Umgebung reflektiert. Es gibt Momente in diesem Spiel die man kurz stehen bleibt um einfach hinzuschauen. Das Sounddesign steht dem in nichts nach – der Score der Spannung aufbaut ohne aufdringlich zu werden. Auf einem guten Headset ist RE4 Remake ein Erlebnis für alle Sinne.

Die Haptik des DualSense wird konsequent genutzt. Jeder Schuss hat ein anderes Feedback, Türen lassen sich mit Widerstand öffnen. Kleinigkeiten – aber sie summieren sich zu einem Gesamtgefühl das die PS5-Version klar abhebt.

Wo das Remake kleine Kratzer hinterlässt

Wer das Original zigmal durchgespielt hat verliert zwangsläufig einen Teil der Überraschungsmomente. Gravierender ist die Entscheidung Separate Ways als bezahlten DLC nachzureichen – Adas Geschichte gehört zum Kern der Erzählung und hätte ins Hauptspiel gehört. Das Krauser-Kapitel bleibt im Remake erstaunlich blass: zu kurz, zu wenig ausgearbeitet.

Fazit

Resident Evil 4 Remake ist das was man sich von jedem Remake wünscht: respektvoll gegenüber dem Original, mutig genug für echte Änderungen, technisch auf absolutem Höchststand. Für Serienneulinge der perfekte Einstieg, für Veteranen ein Wiedersehen mit einem alten Freund der sich überraschend gut gehalten hat. Die 9.0 ist absolut verdient.