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SpielAction-AdventureThird-Person-ShooterPS5

Uncharted 4 – A Thief's End

Von Chefermittler·08. August 2026·3 Min Lesezeit

Naughty Dog verabschiedet Drake perfekt. Beste Story der Reihe, beste Technik, beste Inszenierung. Das ist das Abenteuer-Spiel der Generation.

Entwickler / Studio
Naughty Dog
Erscheinungsjahr
2016
Getestet auf
PS5
Spielzeit
ca. 15-18 Stunden

Bewertung

Gesamtwertung
9.0/10
Sehr gut
Chefermittler-Tipp ✓
Story9.5
Gameplay8.5
Präsentation10.0
Sound9.0
Wiederspielwert8.0

Pro

  • Beste Story der Reihe – erwachsen, ehrlich, emotional verdient
  • Inszenierung auf Spielfilm-Niveau ohne die Kontrolle zu klauen
  • Technisch immer noch beeindruckend – Gesichtsanimation, Licht, Physik
  • Setpieces die funktionieren weil sie organisch aus dem Gameplay kommen

Contra

  • Schleich-Passagen manchmal zu lang und vorhersehbar im Aufbau
  • Gegner-KI schwankt zwischen clever und komplett blind
  • Multiplayer war okay aber niemand redet mehr darüber

Im Detail

Drake klettert die Felswand hoch, sein Bruder Sam ein paar Meter über ihm, und plötzlich bricht der Stein unter meiner Hand weg. Ich falle, greife im letzten Moment nach dem Enterhaken, schwinge mich zur Seite – und genau in diesem Moment realisiere ich: Das hier ist nicht nur das Ende von Nathan Drakes Geschichte, sondern auch das perfekte Finale für eine der wichtigsten PlayStation-Franchises überhaupt.

Uncharted 4 macht alles richtig, was Teil 3 noch halbherzig angefangen hatte. Naughty Dog erzählt hier keine Indiana-Jones-Kopie mehr mit Videospiel-Logik, sondern eine erwachsene Geschichte über Obsession, Lügen und die Frage, wann man loslassen muss. Sam, Drakes Bruder, taucht nach Jahren wieder auf und zieht Nathan zurück in die Schatzjäger-Welt – aber diesmal fühlt sich jede Entscheidung nach Konsequenz an. Elena ist nicht mehr die verständnisvolle Ehefrau im Hintergrund, sondern konfrontiert Drake mit der Realität: Du kannst nicht ewig der Abenteurer bleiben. Die Dialoge zwischen den dreien gehören zum Besten, was ich je in einem Actionspiel erlebt habe. Keine aufgesetzten Konflikte, keine Telenovela-Dramatik – nur ehrliche, verdiente Emotionen.

Inszenierung trifft Gameplay

Was Uncharted 4 von so vielen anderen Cinematic-Action-Spielen unterscheidet: Die Inszenierung frisst das Gameplay nicht auf. Ja, es gibt Cutscenes, aber die großen Momente passieren während ich spiele. Die Verfolgungsjagd durch Madagaskar, bei der ich mit dem Jeep durch Märkte brettre, Häuserwände durchbreche und gleichzeitig Gegner abwehre – das ist keine Quicktime-Event-Orgie, sondern tatsächlich spielbares Chaos. Ich habe die Kontrolle, ich treffe die Entscheidungen, ich fühle den Druck.

Die Level sind größer und offener als in den Vorgängern, ohne dabei zum Open-World-Brei zu verkommen. Madagaskar gibt mir Raum zum Erkunden, belohnt Neugier mit optionalen Gesprächen und versteckten Schätzen, verliert aber nie den narrativen Fokus. Das ist Level-Design wie bei den besten Momenten von The Last of Us – nur mit mehr Sonnenlicht und weniger Pilz-Zombies.

Technisch ist das Spiel immer noch ein Referenzwerk. Die Gesichtsanimationen fangen jede Mikroemotion ein, das Licht bricht sich realistisch durch Blätterdächer, und die Physik beim Klettern und Schwingen fühlt sich gewichtig an. Selbst auf der PS5 in der Remastered-Version beeindruckt mich, wie organisch alles zusammenspielt.

Die Schwächen im Detail

Aber perfekt ist auch Uncharted 4 nicht. Die Schleich-Passagen ziehen sich manchmal, vor allem in der Mitte des Spiels. Ich erkenne das Muster zu schnell: hohes Gras hier, Gerüst zum Klettern dort, drei Gegner in Patrol-Routen. Die KI schwankt zwischen überraschend clever – Gegner flankieren, werfen Granaten gezielt – und komplett bescheuert. Manchmal stehe ich zwei Meter neben einem Söldner im halbhohen Gras und er starrt in die Luft wie ein NPC aus 2010.

Der Multiplayer war bei Release okay, aber ehrlich: Wen interessiert das heute noch? Niemand kauft Uncharted für Deathmatch-Modi. Das ist Beiwerk, das die Entwicklungsressourcen besser in die Kampagne geflossen wären.

Fazit

Uncharted 4 ist das beste Abenteuer-Spiel der PlayStation-Geschichte und verdient jede einzelne der 9 von 10 Punkten. Naughty Dog verabschiedet Drake nicht nur würdevoll, sondern setzt einen Standard für narrative Action-Spiele, den bis heute kaum jemand erreicht hat. Die Story ist erwachsen und emotional verdient, die Inszenierung perfekt austariert zwischen Film und Spiel, und die technische Umsetzung beeindruckt selbst Jahre später noch. Ja, die Schleich-Passagen nerven manchmal und die KI patzt gelegentlich – aber das sind Kratzer an einem ansonsten makellosen Gemälde. Wenn ihr nur ein Action-Adventure auf der PlayStation spielt, dann dieses. Drake hat sich sein Happy End verdient, und ihr verdient dieses Erlebnis.