
Black Myth: Wukong
Black Myth: Wukong ist ein visuelles Meisterwerk das zeigt was möglich ist wenn Entwickler alles auf eine Karte setzen – mit einem Kampfsystem das begeistert und einem späten Spielverlauf der etwas von diesem Glanz nimmt.
Bewertung
Pro
- Grafisch sehr beeindruckend
- Kampfsystem mit Tiefe und Vielfalt
- Mythologie die man so noch nicht in einem Spiel erlebt hat
- Bosskämpfe die in Erinnerung bleiben
Contra
- Wiederspielwert überschaubar nach dem ersten Durchgang
- Spätes Spiel verliert etwas an Schwung
- Westliche Spieler ohne Vorkenntnisse der Mythologie verlieren Story-Kontext
„Black Myth: Wukong ist ein visuelles Meisterwerk das zeigt was möglich ist wenn Entwickler alles auf eine Karte setzen – mit einem Kampfsystem das begeistert und einem späten Spielverlauf der etwas von diesem Glanz nimmt."
Im Detail
Der Schritt der alles verändert hat
August 2024. Ein chinesisches Studio das außerhalb Asiens kaum jemand kannte veröffentlicht ein Spiel und bricht innerhalb von drei Tagen jeden Verkaufsrekord der jemals aufgestellt wurde. Zehn Millionen Kopien. Kein Marketing-Trick, kein Hype-Zug – einfach ein Spiel das hielt was seine Trailer versprochen hatten.
Black Myth: Wukong ist der Beweis dass die Spielebranche größer ist als wir dachten.
Sun Wukong und die Reise nach Westen
Das Spiel basiert auf einem der ältesten und bedeutendsten Werke der chinesischen Literatur – "Die Reise nach Westen" aus dem 16. Jahrhundert. Du spielst den Bestimmten, einen Affenkrieger der in die Fußstapfen des legendären Sun Wukong tritt. Die Geschichte entfaltet sich über sechs Kapitel, jedes in einer anderen atemberaubenden Umgebung.
Wer die Mythologie kennt bekommt ein Erlebnis voller Bedeutungsebenen. Wer sie nicht kennt – und das trifft auf die meisten westlichen Spieler zu – verliert gelegentlich den Faden. Das ist keine Schwäche des Spiels sondern eine ehrliche Einschränkung die man benennen muss.
Das Kampfsystem – Affe trifft auf Souls
Game Science hat sich klar von FromSoftware inspirieren lassen – aber Black Myth ist kein Souls-Klon. Es ist zugänglicher, flüssiger, stärker auf Spektakel ausgelegt.
Der Stab ist deine Hauptwaffe – drei Haltungen, jede mit eigenem Rhythmus und eigenem Feeling. Dazu kommen Verwandlungen in besiegte Gegner, magische Fähigkeiten und ein Fokus-System das aufgeladene Schläge ermöglicht.
Das Ergebnis ist ein Kampfsystem mit echter Tiefe das sich über 40 Stunden nicht abnutzt. Bosskämpfe sind der Höhepunkt – spektakulär inszeniert, fair aber fordernd, mit Mustern die man lernen muss statt zu ignorieren.
Visuell ist das Referenzmaterial
Kein Spiel auf der PS5 sieht so aus wie Black Myth: Wukong. Punkt. Die Tempel, die Wälder, die Schneegebirge – jede Umgebung ist ein Screenshot der sich als Wallpaper eignet.
Unreal Engine 5 in den Händen eines Studios das keine Kompromisse eingegangen ist. Lumen, Nanite, Ray Tracing – alles aktiv, alles sichtbar. Auf PS5 Pro noch beeindruckender, aber auch auf der Basis-PS5 ist es das visuell stärkste Erlebnis der Konsole.
Der Soundtrack ist ebenfalls außergewöhnlich – traditionelle chinesische Instrumente kombiniert mit orchestralen Elementen. Bei großen Bosskämpfen gehen Bild und Ton eine Verbindung ein die man selten so erlebt.
Wo der Affe stolpert
Das letzte Drittel des Spiels verliert etwas vom Schwung der ersten Kapitel. Die Umgebungen werden kleiner, die Bosskämpfe weniger einprägsam, das Pacing ungleichmäßiger.
Der Wiederspielwert ist überschaubar. Ein New Game+ gibt es – aber der Hauptanreiz bleibt die erste Reise. Wer alle Geheimnisse und alternativen Enden sehen will hat genug zu tun. Wer danach nochmal von vorne anfängt merkt wie viel von der Faszination am Unbekannten hing.
Fazit
Black Myth: Wukong ist ein historisches Spiel – nicht weil es perfekt ist, sondern weil es beweist dass Weltklasse-Spieleentwicklung keine westliche oder japanische Exklusivität ist. Game Science hat mit ihrem ersten großen Titel Maßstäbe gesetzt die viele etablierte Studios beschämen.
Die 8.0 wäre mit einem stärkeren letzten Drittel eine 9.0. Wer Action-RPGs mag und bereit ist sich auf eine fremde Mythologie einzulassen bekommt eines der außergewöhnlichsten Spielerlebnisse der letzten Jahre.


