SAROS
Bild: Housemarque / Sony PlayStation
SpielSci-FiShooterPS5

SAROS

Von Chefermittler·07. Juni 2026·3 Min Lesezeit

SAROS ist handwerklich beeindruckend und spielerisch präzise – aber ein Roguelite das sich nach 15 Stunden anfühlt wie ein Hamsterrad ist kein Meisterwerk. Housemarque kann mehr. Das wissen wir seit Returnal.

Entwickler / Studio
Housemarque / Sony
Erscheinungsjahr
2026
Getestet auf
PS5
Spielzeit
ca. 25 Stunden

Bewertung

Gesamtwertung
7.5/10
Gut
Story7.5
Gameplay9.0
Präsentation9.0
Sound9.5
Wiederspielwert6.0

Pro

  • Kampfsystem das sich nie falsch anfühlt
  • DualSense-Integration auf absolutem Höchstniveau
  • Rahul Kohli als Arjun Devraj überzeugend und präsent
  • Sounddesign und Score außergewöhnlich
  • Technisch makellos auf PS5

Contra

  • Roguelite-Loop ermüdet nach 15-20 Stunden merklich
  • Biome wiederholen sich zu stark zwischen den Runs
  • Die Crew-Camaraderie ersetzt Returnal Einsamkeit ohne deren emotionale Tiefe zu erreichen
  • Permanente Progression fühlt sich langsamer an als versprochen
  • Für Nicht-Roguelite-Fans eine echte Hürde
SAROS ist handwerklich beeindruckend und spielerisch präzise – aber ein Roguelite das sich nach 15 Stunden anfühlt wie ein Hamsterrad ist kein Meisterwerk. Housemarque kann mehr. Das wissen wir seit Returnal."

Im Detail

Das Erwartungsproblem

Housemarque hat sich mit Returnal 2021 in eine unmögliche Position manövriert. Das Spiel war so gut, so eigen, so kompromisslos – dass alles was danach kommt daran gemessen wird.

SAROS kommt danach. Und es wird daran gemessen.

Das ist nicht fair. Aber es ist real.

Was SAROS ist – und was es sein will

Wo Returnal erdrückende Einsamkeit als Erzählmittel nutzte, ersetzt SAROS diese durch die brüchige Kameradschaft der Echelon IV-Gruppe und die bürokratische Kontrolle der Soltari Corporation.

Das ist eine bewusste Entscheidung – und sie hat Konsequenzen.

Returnal war ein Film von Tarkovsky. SAROS ist ein gut produziertes Action-Franchise. Beides hat seine Berechtigung. Aber wer weiß was Housemarque leisten kann bekommt mit SAROS das Gefühl dass etwas Wesentliches fehlt.

Das Kampfsystem – hier gibt es nichts zu meckern

Arjun Devraj bewegt sich wie ein echter Soldat – schwerer und bedächtiger, aber das Gameplay ist schneller und flüssiger als je zuvor.

Das stimmt. Das Gunplay ist präzise, reaktiv und physisch befriedigend. Jede Waffe hat eigene Stärken und Schwächen – der Half-Pull auf L2 aktiviert einen langsamen aber deutlich stärkeren Alt-Fire-Modus der besonders gegen größere Gegner effektiv ist.

Der DualSense wird hier so genutzt wie Sony es sich bei der Konzeption vorgestellt hat. Jeder Schuss fühlt sich anders an. Jeder Treffer kommuniziert sich durch den Controller. Das ist das Beste was die PS5 in dieser Hinsicht je geboten hat.

Der Loop – wo SAROS mich verliert

Ein Metacritic-Nutzer bringt es auf den Punkt: "Ich weiß nicht ob ich beim letzten oder vorletzten Biom bin – und obwohl es anfangs gut war und ein wirklich genießbares Spiel, fange ich an von immer demselben Ding gesättigt zu werden."

Das ist meine Erfahrung nach etwa 15 Stunden. Nicht Frustration – Ermüdung. Das ist fast schlimmer.

Das Roguelite-Versprechen lautet: Jeder Run fühlt sich frisch an. SAROS hält dieses Versprechen in den ersten zehn Stunden. Danach beginnen die Biome sich zu wiederholen, die Gegner-Konstellationen vorhersehbar zu werden, die Überraschungen auszubleiben.

Die permanente Progression sollte jeden Tod wertvoll machen.
In der Praxis fühlt sie sich langsamer an als das Versprechen. Man wird stärker – aber nicht schnell genug um das Gefühl des Fortschritts dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Die Crew – gut gemeint, nicht gut genug

Rahul Kohli als Arjun ist stark. Seine Performance trägt den emotionalen Kern des Spiels und er liefert einen Protagonisten der mehr ist als ein Avatar.

Die restliche Crew? Archetypisch. Funktional. Vergesslich.

Returnal brauchte keine Crew weil Selenes Einsamkeit die Erzählung war. SAROS hat eine Crew eingeführt um Wärme zu erzeugen – aber Wärme braucht Zeit und Tiefe. Beides hat das Spiel nur für Arjun investiert.

Das Ergebnis ist eine Geschichte die gut startet, interessant bleibt und nie die emotionale Resonanz von Returnal erreicht.

Was bleibt

SAROS ist kein schlechtes Spiel. Es ist ein technisch makelloses, spielerisch präzises, audiovisuell beeindruckendes Spiel das einen echten Makel hat: es zeigt zu früh seine Grenzen.

Wie ein Kritiker es formuliert: "SAROS ist noch immer ein gutes Spiel. Ich werde nie ein Spiel ablehnen das so gut aussieht und spielt. Aber die Lektionen die Housemarque aus Returnal gezogen hat resultieren in einem Spiel das weniger ist als die Summe seiner Teile."

Das trifft es.

Fazit

Die 7.5 ist kein Verriss – sie ist ein ehrlicher Befund. SAROS ist für Roguelite-Fans mit hoher Frustrationstoleranz und Begeisterung für das Genre ein sehr gutes Spiel. Für alle anderen ist es eine Einladung die nach 15 Stunden ihre Grenzen zeigt.

Wer Returnal geliebt hat wird SAROS respektieren. Wer erwartet dass SAROS Returnal übertrifft – wird enttäuscht sein.

Housemarque kann mehr. Das wissen wir.

Weitere Reviews