28 Years Later
28 Years Later ist solide Zombie-Unterhaltung, die atmosphärisch überzeugt, aber keine neuen Maßstäbe setzt. Boyle inszeniert routiniert, doch die Formel ist mittlerweile ausgereizt. Nette zwei Stunden Popcorn-Kino, mehr aber auch nicht.
Bewertung
Pro
- Düstere, beklemmende Atmosphäre wie im Original
- Starke Kameraarbeit und visuelle Inszenierung
- Solide Schauspielerleistungen durchweg
- Respektvoller Umgang mit der etablierten Lore
Contra
- Story bringt kaum neue Impulse ins Franchise
- Charaktere bleiben überraschend eindimensional
- Vorhersehbarer Spannungsbogen ohne echte Überraschungen
Im Detail
Leute, Danny Boyle ist zurück im Zombie-Business und bringt uns 28 Years Later. Nach dem grandiosen 28 Days Later und dem soliden 28 Weeks Later war ich gespannt, was uns nach fast zwei Dekaden erwartet. Spoiler: Es ist okay, aber kein Meilenstein.
Die Prämisse kennen wir: Großbritannien ist immer noch im Arsch, die Rage-Infizierten treiben weiter ihr Unwesen, und eine Handvoll Überlebender kämpft ums nackte Überleben. Boyle inszeniert das Ganze gewohnt atmosphärisch dicht. Die Kameraführung ist top, die Bilder vom verfallenen England gehen unter die Haut. Hier merkt man den Meister am Werk.
Aber – und das ist das große Aber – die Story dümpelt vor sich hin. Klar, die Schauspieler geben sich Mühe und liefern solide ab, aber die Charaktere bleiben merkwürdig flach. Man fiebert nicht wirklich mit, weil man die Entwicklungen schon drei Szenen vorher kommen sieht. Das Franchise hat seine Formel gefunden, und genau da liegt das Problem: Es traut sich nicht, davon abzuweichen.
Technisch ist alles auf hohem Niveau. Sound-Design ist brutal und effektiv, die Zombie-Sequenzen sind intensiv inszeniert. Aber es fehlt dieser Funke, der die ersten beiden Teile so besonders gemacht hat. Es fühlt sich an wie Pflichtprogramm – professionell gemacht, aber ohne echte Leidenschaft.
Für einen gemütlichen Filmabend auf WOW reicht es allemal. Ihr bekommt zwei Stunden ordentliche Zombie-Action mit schöner Optik. Nur erwartet keine Revolution. 28 Years Later ist nette Unterhaltung, mehr aber auch nicht. Das Franchise hätte frische Ideen gebraucht, stattdessen bekommen wir Dienst nach Vorschrift. Schade, da war mehr drin.


