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Serien-Rezension The Consultant

Seit Februar 2023 ist die achtteilige Miniserie The Consultant bei Amazon Prime Video zu sehen.

Chefermittler
Oktober 10, 2023 — 4 Minuten
Serien-Rezension The Consultant
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Seit Februar 2023 ist die achtteilige Miniserie The Consultant bei Amazon Prime Video zu sehen. Meine Neugier weckten dabei vor allem zwei Dinge: Zum einen, dass die Spieleindustrie als Handlungshintergrund dient, zum anderen, dass Christopher Walz eine der Hauptrollen spielt und dabei als buchstäblich diabolischer Antagonist ganz in seinem Element sein dürfte.


Mobile-Games und anderes Teufelswerk

Bekannt für seine Darstellungen in Inglourious Basterds, Django Unchained, Der Gott des Gemetzels oder auch James Bond 007: Spectre, zählt Christopher Walz längst zu den Großen in Hollywood. Seine Rolle in The Consultant bringt zwar keine neue Facetten zutage, scheint ihm aber wie auf den Leib geschnitten: So spielt er einen mysteriösen Berater, Regus Patoff, der eines Tages beim Mobile-Game-Entwickler CompWare auftaucht, kurz nachdem der Chef des Unternehmens auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Auch Patoff selbst legt ein reichlich seltsames Verhalten an den Tag. Mal erscheint er harmlos und verschroben, mit einer unnatürlichen Angst vorm Treppensteigen, im nächsten Moment bringt er seine Mitarbeiter dazu, die Grenzen von Moral und Gesetz zu überschreiten, wie die es nie für möglich gehalten hätten.

Diese Mitarbeiter, das sind vor allem die beiden jungen Protagonisten, der Programmierer Craig (Nat Wolff) und die Kreativchefin Elaine (Brittany O’Grady). Leider sind die in meinen Augen auch einer der Schwachpunkte der Serie, da ihr Schauspiel selten über Sitcom-Niveau hinausreicht und vor allem Craig als Charakter wenig greifbar und sein Handeln oftmals nicht ganz nachvollziehbar bleibt. Aus diesem Grund sehnte ich mich gerade zu Beginn eigentlich immer nur nach der nächsten Szene mit Christopher Walz, der sich zwar auch nicht ganz in die schauspielerischen Höhen aufschwingt, die er anderswo erreicht, aber immerhin schön fies und immer für eine Überraschung gut ist.

 

Generell braucht die Serie eine Weile, um in die Gänge zu kommen, und obwohl die einzelnen Episoden jeweils nur ca. 30 Minuten dauern, finden sich hier und da Momente, wo The Consultant fast schon langweilig ist.

Eher enttäuschend ist auch, dass die Serie aus ihrem Setting – dem Mobile-Game-Business – schlussendlich wenig macht. Speziell dieser Industrie werden ja gerne mal moralisch nicht ganz einwandfreie Praktiken unterstellt, was The Consultant aber höchstens am Rande aufgreift. Möglicherweise fehlte den Autoren hier einfach das Verständnis für die Spieleindustrie, die deshalb oft klischeehaft dargestellt wird. So erweckt The Consultant den Eindruck, dass es ebenso gut in jedem anderen Business hätte spielen können.

 

Fazit - Der Teufel im Detail

 

Und trotzdem schaffte es die Serie spätestens ab der Hälfte, mich zu packen und am Ende sogar ein Stück weit zu begeistern, wenn auch mit Einschränkungen. Das liegt zum einen daran, dass das Geschehen zunehmend an Fahrt gewinnt und damit auch Christopher Walz in seiner Rolle als moderner Mephistopheles zunehmend freier aufspielen kann. Gerade zum Ende hin entpuppt sich The Consultant als weitaus komplexer und doppelbödiger, als es zunächst den Anschein hatte.

Der Teufel steckt hier buchstäblich im Detail, und The Consultant strotzt nur so vor mehr oder weniger offensichtlichen Anspielungen auf die Faust-Sage und andere Mythen, die sich um den Teufel ranken. Auch nach dem Ende der letzten Folge habe ich deshalb noch lange über The Consultant nachgedacht, wie ich es nicht von vielen Serien sagen kann. Und mit einer Lauflänge von insgesamt gerade einmal etwas mehr als vier Stunden gibt es eigentlich keinen Grund, diesem Pakt mit dem Teufel nicht zumindest eine Chance zu geben.

 
 
>> Foto von NordWood Themes auf Unsplash

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